Porträt

Swen Bastian – Einer, der niemals aufgibt

Quelle: SPD Landesverband Hessen

 

Im Landtag wünschen wir uns Menschen, die etwas erlebt haben. Menschen, die verstehen, welche Höhen und Tiefen das Leben bereithält und wie man andere dabei unterstützt, diese zu meistern. Solch ein Mensch ist Swen Bastian. Er gehört in den Landtag.

 

Wenn man mit Swen Bastian durch seinen Wahlkreis fährt, dann kann er zu jedem Ort etwas erzählen. Er ist hier zu Hause, liebt die Gegend, fühlt sich wohl. Obwohl er für die SPD kandidiert, unterstützen ihn auch Personen, bei denen man nicht gleich an die SPD denkt. Auf einem Feld hängt ein mehrere Meter langes Banner mit dem Satz: „Als Landwirt klar für Swen Bastian“. Wer ist der junge Mann, hinter dem sich selbst Gruppen sammeln, die sonst nur selten die SPD wählen?

 

Swen Bastian ist das Gesicht einer starken SPD im Vogelsberg. Einer, der anpackt und sich für Gerechtigkeit für die Leute auf dem Land einsetzt. Einer, der sich nicht scheut, auch gegenüber den Großstädtern in der eigenen Partei Position zu beziehen.

 

Bastian war nicht immer so. Als Junge war er eher ein Mitläufer und wollte den Ansprüchen anderer genügen. Deshalb bemüht er sich auch, in der Grundschule gut zu sein. Seine Eltern sollen stolz sein, seine Lehrer ihn gut finden. Er bekommt aufgrund seiner guten Noten auch die Empfehlung für das Gymnasium, weil aber die meisten seiner Freunde sich für die Realschule entscheiden, schließt er sich ihnen an.

 

Da der kleine Swen Bastian immer allen Ansprüchen genügen will, wird er immer perfektionistischer. Er versucht, alles perfekt zu erledigen. Er will den Ansprüchen seiner Lehrerinnen und Lehrer genügen. Eine gute Lösung ist ihm nie gut genug. Alles soll geordnet sein. So stellt er sich auch lange sein Leben vor. Es soll ein Leben sein, in dem er einen klaren Plan dafür hat, wohin er will und sich dann fleißig darum bemüht, genau dieses Ziel zu erreichen.

 

Am Ende der Realschulzeit entscheidet er sich dafür, jetzt doch das Abitur machen zu wollen. Als er auf der neuen Schule ankommt, sagen ihm die Lehrerinnen und Lehrer gleich, dass er es als Realschüler hier jetzt schwer haben wird. Swen Bastian belehrt sie eines Besseren. Fleißig, fast verbissen lernt er und schafft ein sehr gutes Abitur.

 

Weil er vor allem Dinge liebt, die er schon kennt und gut kontrollieren kann, entscheidet er sich für ein Lehramtsstudium. Auch hier will er eine perfekte Leistung abliefern. Jede Hausarbeit nimmt er besonders ernst. Lieber keine Party, sondern stattdessen eine gute Note. Alles wie berechnet, ein Leben nach Plan.

 

Dass das Leben nicht immer planbar ist und perfekt funktioniert, lernt Swen Bastian mit Anfang 20 mitten im Studium. Kurz vor Weihnachten ertastet er an seinem Körper etwas Seltsames, das er lieber kontrollieren lassen will. Beim Arzt folgt dann die Diagnose. Bastian hat einen Tumor im Körper. Nach Tagen der Hoffnung darauf, dass dieser leicht entfernt werden kann, kommt das bittere Laborergebnis. Der Tumor ist bösartig. Bastian hat Krebs.

 

„Von heute auf morgen hat das mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Zuerst dachte man, es ginge ohne Chemotherapie. Aber auch das erwies sich als Illusion. Zu Anfang hatte ich noch Sorge, dass ich meine Haare verliere. Aber mitten in der Chemotherapie wird dir auch egal, wie du aussiehst. Da willst du nur überleben.“ Bastian erlebt, was es heißt, aus dem Leben gerissen zu werden.

 

Er hat eine gute Überlebenschance. „Das wusste ich von Anfang an, trotzdem frisst die Angst einen auf.“ Sein Studium tritt in den Hintergrund. Stattdessen lernt er Krankenhäuser kennen.

 

Für Swen Bastian wird es ein langer Kampf zurück ins Leben. Erst wird mit viel Gift der Krebs aus einem Körper geätzt, dann beginnt er Schritt für Schritt zu heilen. Wo er früher nach Perfektion strebte, reicht ihm nun schon, wenn der Tag halbwegs erträglich ist. „Aufgeben darf man nur niemals. Einfach nicht aufgeben, auch wenn nichts mehr nach Plan verläuft.“

 

Es gibt eine Heilung für Swen Bastian. Er besiegt den Krebs. Aber in der Zeit, die er im Krankenhaus zubrachte, scheiterte auch sein Studium. „Früher hätte mich dieses Scheitern aus der Bahn geworfen. Heute macht es mir nichts aus.“ Swen Bastian sucht sich eine Anstellung. Er wird Büroleiter. „Den Job machen viele Leute, und ich muss nichts Besseres sein. Ich trete auch für den Landtag an, um zu zeigen, dass niemand das Recht hat, auf Menschen herabzuschauen, die nicht studiert haben.“

 

Dass er auch so viel erreichen kann, beweist er jeden Tag. Er engagiert sich voller Kraft für seinen Wahlkreis. „Wir brauchen hier Internet und bessere Bahnverbindungen, wir brauchen Läden in den Orten und müssen die Aktivitäten in unseren Dörfern stärken. Wir müssen hier endlich Lösungen bekommen für all die Probleme mit dem Leerstand und durch die Straßenausbaubeiträge, die ganze Familien ruinieren. Das sage ich auch gerne all den Städtern im Landtag. Das sage ich gerne dem Ministerpräsidenten. Die Lösung muss nicht perfekt sein, aber wir brauchen sie schnell!“

 

Zur Ruhe kommt Bastian immer wieder zusammen mit seiner Frau Christina. „Mit ihr kann ich die kleinen Freuden des Lebens genießen, abseits der Politik. Diese Zeit ist für uns wichtig“.

 

Vor seiner Partei oder der politischen Konkurrenz hat Swen Bastian keine Angst. „Ich höre immer mal wieder, wie man hinter meinem Rücken in der CDU tuschelt, dass ich ja nicht studiert hätte. Dann lächle ich und denke mir: Ich habe das Leben studiert.“